Eine übernatürliche historische Romanfolge · eine Komposition · Literarisches Vorspiel + drei Romane
Eine Familie versucht, ein heimgesuchtes Haus zu reparieren, während Österreich das gemeinsame Maß verliert, an dem Tatsachen, Gerechtigkeit und legitime Autorität noch geteilt werden können.
Im Januar 1927 öffnen die Schüsse von Schattendorf eine politische und moralische Wunde, die das österreichische Recht bearbeiten, aber nicht schließen kann. Hermann von Kunstdorf—Künstlerin, trans Frau, Elternteil und Erbin eines heimgesuchten Familienhauses—versucht, dessen Ostsaal in einen wirklichen Gemeindesaal zu verwandeln: einen Ort, an dem Menschen zusammenkommen, widersprechen, Aufzeichnungen führen, praktische Arbeit leisten und Entscheidungen treffen können, die die Eigentümerin ebenso binden wie den Gast.
Julia, Hermanns entfremdete Tochter, kehrt ohne Vergebung zurück und verweigert jede Versöhnung, die der Wiedergutmachung vorausgehen soll. Alex, ein Kind, das zu einem der genauesten Teilnehmer des Saales wird, zählt die Stühle und fragt, was die Erwachsenen lieber vermeiden würden: Wer hat einen Platz? Wer hält den Schlüssel? Ändert ein Prinzip etwas an Brot, Sicherheit oder an der Person, die draußen bleibt?
Über drei Romane weitet sich das Experiment aus. Das Haus wird zum öffentlichen Raum. Der Raum wird zu einer Arbeitsrekonstruktion des Schattendorfer Prozesses. Das Protokoll wird zu einer Bewegung. Die Bewegung trifft schließlich auf Überwachung, Polizeigewalt, bewaffnete politische Verbände, Führerkult, nationalsozialistischen Druck, den Dollfuß-Staat und die Zerstörung des parlamentarischen Österreich.
Gerichte, Zeitungen, Familienerinnerungen, Archive, Gemälde, gewöhnliche Gegenstände, politische Organisationen und Geister treten in dieselbe Komposition ein—werden aber niemals zu derselben Art von Beweis.
Die LeitfrageKann eine Gesellschaft beantworten, was sie nicht repariert hat, bevor ungelöste Verletzung zu einer Form der Herrschaft erstarrt?Die Romanfolge nennt ihre praktische Antwort Dialogischen Pragmatismus: Belege müssen Quellen und Grenzen zeigen; Betroffene behalten das Recht zu antworten, zu korrigieren oder zu verweigern; und Macht braucht eine benannte Trägerschaft, materielle Folgen, einen Prüfpunkt und eine Endbedingung.
Die deutsche Romanfolge ist der Haupttext. Die englische Fassung ist eine autorisierte literarische Parallelfassung, keine Satz-für-Satz-Übersetzung.